K3 No. 2 - April 2020

| 02 | 2020 29 Sport Schwerpunkt Die Perfektionierung des Körpers ist in der Phase des Erwachsen- werdens ja immer ein Thema … Diese Beobachtung beschreiben wir als sekundäre Sportsucht. Bei dieser Diagnose ist der Grund oft eine Ess-Störung. Als Folge treibt man viel Sport, um sein Gewicht zu reduzieren. Bei Kindern und Jugendlichen ist das eher das Problem als eine echte primäre Sportsucht, die nicht auf die Körperformung abzielt. Welche Ansätze für eine Therapie gibt es? Letztlich ist der Therapieansatz vergleichbar zu anderen Süchten. Oft ist die Einweisung in eine klinische Einrichtung der erste Weg, wenn es um verhaltensbezogene Süchte geht. Dort finden Gruppen- oder Gestaltungstherapie, Entspannungsübungen oder Bewegungs- und Körpertherapie statt. Anders als bei Alkoholkranken will man die Be- troffenen zu einem maßvollen Umgang mit Sport bringen – und nicht zu einem völligen Verzicht. Man versucht, mit der Therapie ein neues Körpergefühl und eine andere Motivation zum Sporttreiben zu erreichen. Was sollte ich als pädagogisch Tätiger tun, wenn ich bei Kindern und Jugendlichen eine Sportsucht vermute? Noch einmal: die Fallzahlen sind sehr gering. Man sollte sich deshalb als Pädagoge bzw. Pädagogin fragen, von welchem Maßstab aus ich das beurteile. Wenn ich selbst die meiste Zeit auf dem Sofa verbringe, ist alles, was über zwei Stunden Sport pro Woche hinausgeht, schon eine Sucht. Das größere Problem ist und bleibt, dass sich Kinder und Jugendliche zu wenig bewegen. Sollte ich dennoch einen Verdacht haben, sollten Ärztinnen und Ärzte oder Psychologinnen bzw. Psychologen, die sich idealerweise sogar auf Verhaltenssüchte spezialisiert haben, die ersten Ansprechpersonen sein. Interview: Marko Junghänel Munich E-Sports MatchUp Jetzt bloß kein Stromausfall! Die Kooperationsprojekte zwischen Kreisjugendring München-Stadt und dem Medienzentrum München (MZM) standen 2019 ganz im Zeichen von E-Sport. So startete das spannende Gaming-Projekt mit dem Anspruch, E-Sport als partizipatives Format einen festen Platz innerhalb von Jugendar- beit zuzuerkennen. Durch eine gemeinsame Zusammenstellung der zu spielenden Games und der abgestimmten Erarbeitung von Turnier-Modi wurde sichergestellt, dass sich alle teilnehmenden Jugendlichen auf allen Ebenen beteiligen konnten. Besonders willkommen waren Ju- gendliche, die bislang über wenig Erfahrungen beim Gaming verfügten. Wie wurde trainiert? Zunächst wurden in den Jugendtreffs des KJR einzelne Spiele-Nach- mittage veranstaltet, sogenannte Spieletreffs. Dabei wurden ver- schiedene Spiele getestet. In Absprache mit allen drei beteiligten Jugendtreffs entschieden sich die Jugendlichen für drei Spiele, die anschließend an betreuten Gaming-Stationen in Zweier-Teams trainiert werden konnten. Am dritten Spieletreff-Nachmittag fand bereits ein kleines lokales Turnier statt. Auch hier traten die Jugendlichen in Update erwünscht – nach dem Erfolg im letzten Jahr wünschen sich viele Gamerinnen und Gamer eine Fortsetzung des Turniers. Zweier-Teams gegeneinander an, um die „Besten der Besten“ an den einzelnen Stationen zu ermitteln. Das Team mit den meisten erhaltenen Einzelgewinnen ging als Sieger aus dem Turnier. Ready, steady, go Die Anforderungen an die technische Ausstattung variieren – abhän- gig von den angebotenen Spielen. Je nachdem, welche Spiele gespielt werden sollen, wird unterschiedliche Hard- und Software benötigt. Außerdem war es wichtig, die Technik an den Austragungsort anzu- passen. Gibt es ausreichend große Flächen für die Beamer-Projektion? Kann der Raum verdunkelt werden? Gibt es Monitore? Auch für das nicht-technische Material muss gesorgt sein, zum Beispiel Verpflegung oder Turnier-Preise. Hardware und Software Der wichtigste Organisationspunkt für ein E-Sport-Turnier sind die Computer, Konsolen, Spiele und Bildschirme. Pro zu bespielender Gaming-Station muss mindestens eine Konsole oder ein Computer be- reitstehen. Im Projekt „Munich E-Sports MatchUp“ wurden verschiedene Geräte genutzt: eine Playstation 4 für das Spiel „Rocket League“, eine Nintendo Switch zum Spielen von „Mario Kart 8“ und ein normales Notebook, um „Blind Pong“ zu spielen. Alle Konsolen und Geräte wurden an einen Beamer bzw. Monitor angeschlossen. Bei „Blind Pong“ spielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwei bis drei Runden nach dem „Best of three“-Prinzip. Das bedeutet, dass das Team, das zuerst zwei Runden gewinnt, auch das ganze Spiel gewinnt. Da es zwei Spiel-Positionen pro Team gibt, müssen diese mindestens einmal pro Team untereinander getauscht werden. „Mario Kart 8“ wurde nicht im normalen Rennen, sondern im Schlacht- modus gespielt, der aus vier Runden à zwei Minuten besteht. Bevor das Spiel gestartet wurde, stand den Teilnehmenden eine Minute Zeit zur Verfügung, ihre Charaktere und Fahrzeuge auszuwählen. Außerdem wurden im Vorfeld die Items durch das benutzerdefinierte Item-Set „Furios“ festgelegt. Schließlich wurden vier feste Maps festgelegt, damit alle Gamerinnen und Gamer die gleichen Voraussetzungen hatten. Treibst Du Sport auch außerhalb des Schulunterrichts? Wenn ja, was machst Du? Ja, ich treibe Sport. Am liebsten Schwimmen, Workout und Joggen. Mädchen, 14 Bild: MZM

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjk2NDUy