K3 No. 4 - Oktober 2023

17 das kommt | 04 | 2023 das war Lang ist‘s her – läuft bei mir! Adem, 36, besuchte mit 13 Jahren das erste Mal den Jugendtreff Au Wie lange hast du die Einrichtung besucht? Von 13 bis 18 Jahren fast jeden Tag. Bis 23 Jahre bei jeder Gelegenheit, die uns noch erlaubt war. Mit 23 Jahren habe ich dann beschlossen, in meine Heimat Türkei zurückzukehren. Was hast du von den Angeboten genutzt? Hauptsächlich Sportangebote, z.B. Fußball und Kicker, Fernsehabende und die Disco-Veranstaltungen am Wochenende. Die Ausflüge zum Gokart-Fahren habe ich auch noch in Erinnerung (siehe Foto). Und die Wander-Ausflüge mit der Au waren für mich als Naturliebhaber ein absolutes Highlight. Gab es bestimmte Ansprechpersonen, die für dich besonders wichtig waren? Das waren Nici, Jasminka und Miguel. Auch heute noch sind Jasminka und Nici sehr wichtige Menschen in meinem Leben. Ich betrachte sie als Familienangehörige. ferenzen auf Premiere erinnern oder an die PlayStation-Stunden. Im Nachhinein bin ich dankbar, dass ich diese Erfahrung in der Au gemacht habe, da man immer in einem sehr geschützten Rahmen war. So liebevoll und herzlich die Sozialpädagogen auch waren, haben sie uns mit ihrer Konsequenz sicherlich zu besseren Menschen erzogen. Ein Stück weit das von zu Hause ergänzend korrigiert. Ich kann mich erinnern, dass es für mich sehr schwierig war, als ich langsam begreifen musste, dass ich zu alt geworden bin für das Freizeitheim. Ich würde sagen, dass das pädagogische Team einfach perfekt war. Miguel war die Respektperson. Nici hat uns durch den Alltag gebracht. Sie hat alle Fragen rund um den Schulalltag und späteren Beruf sehr liebevoll und mit viel Geduld abgedeckt. Jasminka war für mich persönlich eine absolute Vertrauensperson. Mit ihr konnte ich über Angelegenheiten sprechen, mit denen ich nicht mal mit meinen Eltern oder Freunden gesprochen habe. Sogar nach meiner aktiven JugendtreffAu-Zeit hatte sie immer ein offenes Ohr und hat mir wertvolle Tipps gegeben. Heute habe ich zwei Kinder und bin von Beruf Kindergartenleitung. Ich führe eine glückliche Ehe und bin immer wieder mal zu Besuch in der Au. Gab es Situationen, in denen du individuell unterstützt wurdest? Bei meiner Quali-Prüfung im Jahre 2000 wurde ich sehr viel unterstützt. Gibt es Dinge, an die du heute immer noch denkst und die du beherzigst? Ich durfte in der Au meine Abschiedsfeier machen und hatte immer das Gefühl, sehr willkommen zu sein. Ich wurde gut auf das Leben vorbereitet. Dafür bin ich heute noch sehr dankbar. Was machst du heute und hast du noch Kontakt zur Einrichtung? Ich arbeite seit acht Jahren in der Arbeitsvorbereitung bei der Tochtergesellschaft einer Schweizer Glasfirma in der Türkei. Wenn ich in Deutschland bin, besuche ich den JT Au. Letztes Mal feierte die Einrichtung das 50-jährige Bestehen und ich habe viele Ehemalige wiedergesehen.

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