K3 No. 4 - September 2022

23 das kommt | 04 | 2022 das war Neue Freizeitstätte „Gleis 24“ eröffnet Viele der Autor*innen sind als junge Erwachsene nach Deutschland gekommen und berichten von ihren Erfahrungen als Au-pair oder internationale Studierende. Sie geben Tipps zum Leben in einer teuren Stadt wie München oder Infos zu Ausbildungswegen in Deutschland. Dazwischen mischen sich Lieblingsrezepte oder Kommentare zu aktuellen Themen. Nun wurde die Blogredaktion mit dem Mosaik Jugendpreis für ihr Engagement ausgezeichnet: Die Verleihung fand am 20. Juli durch Bürgermeisterin Verena Dietl im NS-Dokumentationszentrum statt. Der Mosaik Jugendpreis der Städte München und Nürnberg wurde von den Opferfamilien des sogenannten NSU gestiftet und zeichnet jährlich Projekte aus, die sich für Vielfalt und gegen Rassismus einsetzen. „Der Blog gibt vor allem jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine Stimme. Er gibt Einblick in deren Gedanken, deren Sicht auf die Welt sowie deren aktuelle Lebenssituation. Er eröffnet den jungen Autor*innen die Möglichkeit, von sich als Individuen zu sprechen und als solche wahrgenommen zu werden anstatt lediglich als Repräsentant*innen ihrer ‚Kultur‘. Auf Seiten der Leser*innen können Zuschreibungen und Stereotype aufgebrochen und Verständnis für vielfältige Lebensformen und Lebensentwürfe geweckt werden“, so lautete die Begründung der Jury. Diese Möglichkeit, einen Teil von sich und seinen individuellen Erfahrungen und Erlebnissen mit einer breiten Öffentlichkeit zu teilen, kommt auch in dem Statement von Marilú, einer jungen Autorin des Blogs, zum Ausdruck. Bei der Entgegennahme des Preises beschreibt sie im Gespräch mit der Moderatorin, Iman Bakkali, was ihr der Blog persönlich bringt: „Ich werde nichts Neues sagen, wenn ich sage, dass das Schreiben ein mächtiges Werkzeug ist, um uns mit unserem Unterbewusstsein zu verbinden. Ich habe mit dem Schreiben begonnen, weil ich das Gefühl hatte, etwas loslassen zu müssen, und das passiert, wenn man einen Stift in die Hand nimmt: Manchmal fließen Worte, Gedanken, von denen wir noch nicht wussten, dass sie klar sind. Das Schreiben in diesem Blog gibt mir die Möglichkeit, Fragen zu beantworten, die ich mir nie zuvor gestellt habe, deren Antworten, meine eigenen Antworten, mich aber inspirieren und mich wissen lassen, woran ich glaube“, so Marilú. „(…) Ich bin München und dem Blog dankbar dafür, dass er mich andere Kulturen und Traditionen entdecken ließ und mir gleichzeitig das Gefühl gab, jemandem nahe zu sein, der 10 Flugstunden von meinem Geburtsort entfernt geboren wurde.“ Die Auszeichnung mit dem Mosaik Jugendpreis gibt den Redaktionsmitgliedern noch mehr Motivation, den Blog weiterzuentwickeln. Alle, die mitbloggen möchten, ihre Geschichte erzählen wollen, etwas loswerden wollen, ihre Erfahrungen in Deutschland mit anderen teilen oder gerne im Redaktionsteam mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen, den ClubIn zu kontaktieren: per Mail: clubbuero@vij-muenchen.de oder über Instagram: clubin_muenchen. Ulrike Stempfle & Bianca Bär, ClubIn Ein Blog als Sprachrohr für junge Neumünchner*innen Seit 2018 haben junge Neumünchner*innen die Möglichkeit, ihre eigenen Texte auf dem ClubIn-Blog zu veröffentlichen. Bereits 200 Beiträge in verschiedenen Sprachen sind auf der Plattform erschienen Die Preisverleihung setzt noch mehr Energie zur Weiterentwicklung des Blogs frei ClubIn gewinnt Mosaik Jugendpreis Bei so vielen Redebeiträgen werden manche der knapp 30 Kindergartenkinder auf den roten Turnmatten unruhig, drei von ihnen hingegen sind eingedöst. Doch jetzt dürfen sie wieder auf die Bühne: Erst tanzt die Fledermausgruppe, dann singen die „Füchse“ passend zur Neueröffnung „Wer will fleißige Handwerker sehen?“. Einen Einblick in die gelebte Jugendkultur geben Carel, der auf französisch ein eigenes Stück rappt, sowie Dilara und Victoria mit einem selbst choreographierten Tanz. Und wer bisher nichts mit dem Begriff „Mixed Martial Arts“ anfangen konnte, lernt diese Kampfkunst bei der Vorführung von Lorin, Carlos und Isaac kennen. „Das sieht vielleicht aggressiv aus“, erklärt Leiterin Birgit Kehr, „aber die Jugendlichen sind danach super entspannt.“ „Wir bräuchten das auch“, raunt im Publikum eine Pädagogin der Caritas ihrer Kollegin zu. Kehr dankt den Gästen aus dem Stadtrat für die Mittel, die sie für die Jugendarbeit zur Verfügung stellen, ihrem Arbeitgeber für das Vertrauen, „nach fast 40 Jahren im KJR“ ein neues Haus aufbauen zu dürfen. Und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Ich bin immer nur so gut, wie mein Team!“. Aber, daran lässt sie keine Zweifel: Das Team ist top! Gecko Wagner, Öffentlichkeitsarbeit, KJR

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